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Interview – Dholakia Tobacco, Indien

Das Interview habe ich (Günter Hartmann) während des Aufenthalts von Namrata und Parag Dholakia im SnuffStore am 24.6.2009 geführt.

Wo ist Eure Firma in Indien?

Parag Dholakia: In der Provinz Gujarat, deren Hauptstadt ist Sihor, ein alter Königssitz. Es ist eine sehr ländliche Region mit riesigen Tabak-Anbauflächen. Im Sommer ist es dort sehr heiß: zwischen 42 und 47 Grad, im Winter (Oktober – Februar) zwischen 12 und 20 Grad. Das Klima ist insgesamt sehr trocken und es regnet selten.

Wie viele Mitarbeiter hat Eure Firma?

Namrata Dholakia: Insgesamt haben wir etwa 120 Mitarbeiter. 70 Leute arbeiten in der Produktion, 30 in der Verwaltung und im Aussendienst und dann gibt es noch ein paar Chauffeure und Bauern, die unsere Tabakfelder bewirtschaften. Wir haben aber nur sehr kleine eigene Tabakplantagen, den meisten Tabak kaufen wir zu.

So viele Mitarbeiter?

Namrata Dholakia: Ja, Indien ist ein großes Land und hat etwa 1,2 Milliarden Einwohner. Zur Zeit produzieren wir täglich ca. 7 Tonnen Schnupftabak und Kautabak. Unsere Produktion ist auf ca. 20 Tonnen pro Tag ausgelegt.

Wie lange gibt es Dholakia-Tobacco schon?

Parag Dholakia: Wir produzieren Tabak und Tabakprodukte in der 5. Generation seit etwa 150 Jahren. Seit ca. 5 Jahren sind wir auf dem internationalen Markt tätig.

Da kannst Du und Deine Familie auf eine große Erfahrung im Tabak-Geschäft zurückblicken…

Parag Dholakia: Ja, durchaus, ich konnte sehr viel von meinem Vater und meinem Großvater lernen. In Indien wird sehr viel Tabak gekaut, natürlich auch viel geraucht, aber sehr wenig geschnupft. Ich selber rauche nicht und kaue den Tabak am liebsten. Ich bin viel unterwegs auf den Plantagen, um die Qualität direkt auf dem Feld zu prüfen und dann meine Einkäufe zu tätigen. Dort kaut man dann das grüne Tabakblatt etwa 20 Minuten lang und achtet ganz genau auf die sich entwickelnden Aromen. Das ist auch nicht ganz ungefährlich, denn das grüne Blatt enthält wesentlich mehr Nikotin. Man sollte darauf achten, daß nicht zu viel davon in den Magen gerät, aber das lernt man mit der Zeit (lacht).

Übrigens ist Tabak auch ein hervorragendes Antiseptikum und wir in Indien verwenden Tabakpulver bei Zahnfleischentzündungen und kleinen Verletzungen.

Was kaust Du selber am liebsten?

Parag Dholakia: Indian Pan Masala, eine Mischung aus Betelnuss und Tabak.

Woher beziehst Du Deine Rohtabake?

Parag Dholakia: Fast ausschließlich aus unserer Provinz – hier wächst vor allem die Sorte "Rustica".

Kannst Du uns ein wenig Eure verschiedenen "Snuff-Linien" näher erläutern?

Beide:

Indian Linie: original Indischer Schnupftabak nach alten Rezepten. Es werden ausschließlich Blätter ohne Strunk vermahlen und nur natürliche Aromastoffe und Essenzen verwendet.

Temptation: für Anfänger und die junge Generation, mit knalligen Farben bei der Verpackung und süßen Aromen.

Wow: hauptsächlich für Leute, die abnehmen wollen oder eine Diät machen. Die Theorie ist folgende: wenn man den Geschmack in der Nase hat, bekommt man weniger Hunger.

Blast: für Raucher, die das Rauchen aufgeben möchten. Mit hohem Nikotingehalt.

Black-Snuff: sehr starker, reiner Tabak.

Natural-Snuff: Toasted Snuff (bei etwa 130 grad)

White Snuff: indischer Traditions-Snuff (White Elephant Snuff) ist in ganz Asien sehr beliebt und besteht zu 100% aus reinem Tabak. Die helle Farbe entsteht durch das spezielle Herstellungsverfahren.

Ich danke Euch für das Gespräch.

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